Macon Villages Louis Latour 2010
Dieser Wein ist eine Selektion der besten Chardonnay-Trauben aus den Spitzenlagen der Region Mâconnais. Er zeigt sich mit feinen Fruchtaromen (Apfel, ...) in der Nase. Am Gaumen ist er trocken mit frischen Zitrusaromen und einem weichen, langen Abgang.
Mâconnais
Der nach der am Fluss Sâone liegenden Stadt Mâcon benannte Bereich mit rund 5.400 Hektar Rebfläche zählt zur Region Burgund. Schon der römische Dichter Ausonius (310-395) erwähnte die Weine aus dieser Gegend. Im 11. und 12. Jahrhundert pflanzten hier die Zisterzienser in größerem Umfang Reben an. Berühmt wurde das Gebiet im Jahre 1660, als der Winzer Claude Brosse Wein nach Versailles lieferte und dort bei einer Messe dem französischen „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. (1638-1715) durch seine Größe auffiel. Der König sprach ihn an, kostete nach der Messe seinen Wein und war so begeistert, dass der königliche Hof regelmäßig damit beliefert wurde. Das Gebiet erstreckt sich entlang der Sâone in einem 15 Kilometer langen Streifen. Hier gibt es auch einen Ort namens Chardonnay, was vermuten lässt, dass die Rebsorte aus dieser Gegend stammen könnte. Der Mâconnais ist vor allem durch saftige Weißweine aus Chardonnay mit Anteilen von Aligoté und Pinot Blanc bekannt, die zu zwei Dritteln die Weinberge bedecken. Die Rotweine werden aus den Rebsorten Gamay und Pinot Noir gekeltert.
Die umfassende, regionale Appellation Mâcon gilt für Rot-, Rosé- und Weißweine. Weine mit einem um 1% vol höherem Alkoholgehalt (11 statt 10) dürfen sich Mâcon Supérieur nennen (was eher selten genutzt wird). Die Appellation Mâcon-Villages gilt nur für Weißweine in 44 Gemeinden. Dies sind zum Beispiel Azé, Chardonnay (angeblicher Ursprung der Rebsorte), Clessé, Grévilly, Lugny, Péronne, Prissé, Sologny und Viré. Kommen die Trauben aus einem einzigen Ort, darf Villages durch den Ortsnamen ersetzt werden. Die Appellation Mâcon mit angefügtem Ortsnamen gilt für Rot- und Rosé-Weine. Sie unterscheidet sich von Mâcon-Villages durch eine teilweise abweichende Auswahl der Orte, dies sind zum Beispiel Mâcon-Braye, Mâcon-Davayé und Mâcon-Pierreclos. Eine alternative AC für weißen Mâcon ist Pinot Chardonnay-Mâcon. Kommunale Appellationen sind Pouilly-Fuissé, Pouilly-Loché, Pouilly-Vinzelles, Saint-Véran und Viré-Clessé.
Rebsorte(n): 100% Chardonnay
Anbaugebiet: Burgund, Maconnais
Inhalt: 0,75l
Jahrgang: 2010
Vinifizierung: Temperaturgesteuerte Gärung in Edelstahltanks, in denen sich auch die malolaktische Gärung vollzieht.
Trinktemperatur: 10 - 12 °C
Lagerfähig: 3 - 4 Jahre
Alkoholgehalt: 13% Vol.
Trinktemperatur: 10 - 12°C
Empfehlung: Schalen- und Krustentiere, Fisch in Soße und kalte Platten.
Louis Latour
Der Ursprung des bedeutende Weinhandels- und Weinerzeuger-Haus mit Hauptsitz im burgundischen Beaune geht auf das Jahr 1768 zurück, als Jean Latour in der heutigen Gemeinde Aloxe-Corton (damals hieß diese noch kurz Aloxe) Rebstöcke anpflanzte. Seine Vorfahren hatten aber bereits ab Anfang des 16. Jahrhundert östlich der Stadt Beaune Weinbau betrieben. Als Gründungsjahr des Unternehmens gilt das Jahr 1797, damit konnte im Jahre 1997 das 200-jährige Bestehen gefeiert werden. Der Gründer-Sohn Sohn Louis Latour I. erweiterte den Weingarten-Besitz auf Rebflächen in den Gemeinden bzw. Lagen Chambertin, Montrachet und Romanée-Saint-Vivant. Erst viel später begann die Familie auch mit dem Weinhandel, als Louis Latour III. im Jahre 1867 das Handelshaus Lamarosse kaufte. Im Jahre 1891 wurde das Château Corton-Grancey (15 ha) mit Kellereianlagen und renommierten Lagen rund um den berühmten Berg Corton erworben. Dem dritten Louis wird auch zugeschrieben, die Bedeutung des Cortonberges für Weißweine erkannt zu haben. Nachdem die Reblaus die Bestände an Aligoté und Pinot Noir vernichtet hatte, pflanzte er nämlich in der heutigen Grand-Cru-Lage Corton-Charlemagne Chardonnay an.
In Zusammenarbeit mit der Winzer-Genossenschaft Lugny im burgundischen Bereich Mâconnais werden Weißweine produziert. Nach Aufhebung der amerikanischen Prohibition exportierte Latour von hier in den 1930er-Jahren den heute als Pouilly-Fuissé bekannten (damals Grand Pouilly) Weißwein in die USA. Anfang der 1980er-Jahre wurde Latour auch in der Landschaft Ardèche am rechten Rhône-Ufer aktiv. Insgesamt 180 Vertragswinzer liefern von 380 Hektar Rebfläche Chardonnay-Trauben, die in der Latour-Kellerei in Alba zu Vin de pays verarbeitet werden. Ende der 1980er-Jahre wurden Rebflächen im Département Var in der Provence gekauft, die dort aus Pinot Noir gewonnenen Rotweine werden unter Domaine de Valmoissine vermarktet. Die Rotweine des Hause werden einer kurzen, nur einige Sekunden langen (nicht unumstrittenen) Pasteurisierung unterzogen. Der Eigenbesitz umfasst rund 50 Hektar Rebfläche. Das Haus wird heute von Louis-Fabrice Latour (Sohn von Louis Latour VI.) in bereits achter Familien-Generation geleitet. Mit dem Château Latour in Pauillac-Médoc besteht keine verwandtschaftliche Verbindung.